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Hommage à Alberto Giacometti
Eine dichterische Annäherung mit dem Essay "Im Raum wächst
die Zeit"
von Emil Schwarz
164 Seiten, englische Broschur, 2009
11 x 19 cm
ISBN:
978-3-9521434-9-0
Endverkaufspreis: CHF 18.00
EUR 12.00
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KÖRPER IST KÖRPER IST KÖRPER IM UNENDLICHEN RAUM
Hommage à Alberto Giacometti
Neuerscheinung September 2009
Im Werk von Alberto Giacometti (1901-1966) ist der Mensch
das Zentrum, um den sich nicht alles dreht, sondern um den es
geht. Es geht um den Menschen, der steht und der geht und der
stehend und gehend nichts anderes macht, als sich selber zu
sein. Das Selbstsein ist der Sinn der Figuren, die dieser verwarf
und verwarf und nie an ein Ende brachte, der dem Raum einen
neuen Raum hinzufügte. Die Leistung von Giacometti besteht darin,
dass er den Raum zum menschlichen Raum gemacht hat, zum Raum,
in dem sich Menschen begegnen und in dem sie sich deshalb entwickeln.
Reihe Hommage
Die Reihe Hommage würdigt die KünstlerInnen, DichterInnen und
PhilosophInnen, die Massstäbe setzten, die den Raum, den es
gab, geöffnet und zu dem gemacht haben, was er geworden ist.
Würdigen heisst nicht nur Achtung erweisen und differenziert
beschreiben, sondern den Sachen entsprechen, die Wirklichkeit
sind. Die Reihe Hommage ist wie dieses Schiff, das Nähe erzeugt,
weil es sich dorthin bewegt, wo die sichtbare Seite der Welt
weiter und grösser wird. Jeder Band der Reihe Hommage enthält
eine Dichtung und einen Essay, die das Gleiche anders beleuchten
und anders zur Sprache bringen. Die Reihe Hommage ist anders
als andere Reihen, weil sie den Ton ins Bild hinein bringt,
weil sie Musik ist, die sichtbar erscheint.
Alberto Giacometti (1901-1966) verbrachte den grössen
Teil seines Lebens in seinem Atelier, das eigentlich eine Höhle
war, in der er seinen Figuren Leben einhauchte. Er erfand nicht
irgendetwas, sondern er fand. Er fand diesen Menschen, der nur
steht oder geht und weil er steht oder geht, Raum schafft, räumliche
Welt. Im Weltraum ist der Mensch klein, so klein, dass man zu
Recht sagen kann, er sei eine Quantité négligeable. Doch sobald
er sich selber ist, erschafft er den Raum, der im Weltraum als
menschlicher Raum existiert. Nachdem sich Giacometti vom Surrealismus
gelöst und den Schritt in seine eigene Sprache gemacht hatte,
wurde sein winziges Atelier zum Zentrum der Welt, denn was in
ihm geschah, war nicht weniger und nicht mehr als die Entdeckung
der Stellung, die der Mensch im Weltraum besitzt. Die Stellung
des Menschen im Weltraum wurde von Giacometti so definiert:
Der vorhandene Raum wird von der Horizontalen bestimmt, und
weil der Mensch die Vertikale betont, wird der Raum so zentriert,
dass sich eine Konzentration ergibt. Die Stellung des Menschen
im Weltraum ist also diese, dass er ihn konzentriert, was konsequenterweise
bedeutet, dass der selbständige Mensch die Schöpfung verdichtet.
Im Werk, das Giacometti geschaffen hat, kommt der Mensch zu
sich selbst, in sein eigenes Selbst, was wiederum heisst, dass
seine Entwicklung einen Sprung gemacht hat. Ohne Giacometti
wüssten wir nicht, dass Existenz Zentrierung bedeutet und dass
Zentrierung zum Menschsein gehört.
Emil Schwarz (*1944) ist Künstler und Kunstvermittler,
Dichter und Philosoph. Während Jahrzehnten hat er Kunst unterrichtet,
und in dieser Zeit lag der Schwerpunkt seiner Arbeit in der
Überwindung der Trennung zwischen der Wissenschaft und der Kunst.
Emil Schwarz hat viele Bücher veröffentlicht und sein bildnerisches
Werk in einigen Dutzend Ausstellungen gezeigt. Die Reihe Hommage
ist ein wichtiges Werk von ihm, weil sie sowohl Dichtung ist
als auch Philosophie und weil sie Kunst ist und nicht nur beschreibt.
Die Reihe Hommage verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart
und der Zukunft, indem sie diese, die Aussergewöhnliches geleistet
haben, aus dem herrschenden Bild heraus nimmt und in eine neue
Sicht hinein bringt. Es sind DichterInnen, KünstlerInnen und
PhilosophInnen, die Emil Schwarz so beschreibt, dass keine Porträts
entstehen, sondern Bilder, in denen sich alles kristallisiert.
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